Peer Gynt 2015

Inhalt

Neben Goethes Faust kommt Henrik Ibsens ´Peer Gynt´ auf den Bühnen der Welt immer noch eine ganz besonders große dramatische Bedeutung zu. Der weltberühmte Dramatiker (1828 – 1906) verarbeitet im für seine Zeit bahnbrechenden Bühnenstück auch autobiographische Erfahrungen und gesellschaftskritische Elemente, denn er ist selbst Sohn eines ehemals reichen Kaufmanns, den die bessere Gesellschaft wegen eines selbstverschuldeten Bankrotts schneidet.

Die eigentlich epochemachende Bedeutung des Stücks geht jedoch weit darüber hinaus. So bleiben dem innerlich zerrissenen Peer am Schluss nur die unbeantworteten Fragen ´Wer bin ich´ und ´Wer sollte ich sein. Wie passend ist da doch das im Bühnenstück verwendete einprägsame Bild einer Zwiebel, bei der, Schicht und Schicht einmal abgeschält, am Schluss nichts bleibt.

Statt in den einzelnen ereignisreichen Episoden sein Leben selbst aktiv immer neu in all seinen Möglichkeiten zu gestalten, wird er von seinem Wunsch, mehr zu gelten als zu sein, wie von einer gigantischen Woge von seinem wechselhaften Lebensschicksal hin und her geworfen.

So begegnen wir dem jungen Peer Gynt, dem Erbe eines heruntergekommen Hofes, der - nicht zu Unrecht - als Aufschneider, Trinker und Raufbold gilt. Seine wechselhafte Lebensreise macht ihn zum Anwärter auf das Trollreich, zum vermögenden Menschenhändler, der Kaiser der Welt werden will, zum Insassen eines Irrenhauses in Kairo, zum Propheten in der Wüste, bevor er schließlich wieder, gescheitert mit allen hochtrabenden Plänen, in die norwegische Heimat zurückkehrt.

Nichts zuletzt durch den Rückgriff auf typisch norwegisch mythische und allegorische Figuren wird das Stück sowohl zu einem Entwicklungsdrama als auch zu einer tiefenpsychologischen Entdeckungsreise, die auch in unseren Tagen nicht an Aktualität verloren hat.

Aufführungen

Mittwoch, 23.12.2015 (Premiere)
Sonntag, 27.12.2015
Donnerstag, 31.12.2015
Samstag, 02.01.2016
Sonntag, 03.01.2016
Dienstag, 05.01.2016
Freitag, 08.01.2016
Samstag, 09.01.2016

Jeweils 19.30 Uhr im Stadttheater Kaufbeuren / Ende: 22.20 Uhr (mit Pause, insgesamt 170 min.)

Ermässigte: 5 Euro / Erwachsene: 10 Euro
Freier Eintritt für Jahrgang 1999

Mitwirkende

Es spielen: Dennis Appelt, Lisa Bundlechner, Michael Dikkaya, Johannes Ewald, Johannes Fritsch, Reinhard Fritsch, Sabrina Fritsch, Matthias Güttl, Paul Kaufmann, Thigis Kirushnathasan, Julia Kittnar, Andrea Klenk, Jacqueline Kollien, Bärbel Neimke-Zindath, Anton Porsche, Johanna Prasch, Lorenz Prasch, Lisa Rau, Gudrun Sandler, Regina Sandler, Katja Satzger, Johannes Schulz, Peter Suska-Zerbes, Lesley Tietz, Stefan Tretter, Dieter Ungelehrt, Pablo Valdés-Stauber und Ulrike Völk

Regie:
Bernhard Fritsch, Werner Pohl